Tanztherapie: Körperorientierte Therapie im klinischen Setting und in der Traumatherapie

Die Arbeit im therapeutischen Bereich erfordert großen persönlichen Einsatz, Geduld, Empathie und eine große Portion Menschenkenntnis. Es wird versucht, in einem Gespräch die emotionale Welt des Patienten/Klienten zu verstehen und seine Bedürfnisse zu begreifen, um ihm helfen zu können.

Doch ganz oft können Patienten/Klienten sich verbal nicht ausdrücken. Was manchmal an sprachlichen Barrieren liegt. Oft lässt Scham eine Erzählung nicht zu. Auch ein „Nicht-Erinnern-Können“ an ein bestimmtes Ereignis kann ein Grund sein.

In der Tanztherapie wird das Geschehen, entweder vom Patienten selbst oder der Tanztherapeutin, verbal begleitet. Der Patient lässt sich von seinen Impulsen führen und leiten. Das Verbalisieren des Empfindens hilft der besseren Wahrnehmung. Große und kleine Bewegungen, oft begleitet durch Musik, können unbewusste „Haltungen“ wiedererlebbar machen. Auch frühe erworbene Muster können durchbrochen werden. Neue persönliche Handlungsmöglichkeiten durch „in Bewegung gehen“ können erlebbar gemacht werden und von Mal zu Mal in den Alltag integriert werden.

Wie viel er preisgeben will, bestimmen der Patient und sein Körper. Die Therapeutin steigt achtsam in die Geschichte mit ein. Sie spiegelt und begleitet den Patienten in seinem Prozess. Je nach Fall initiiert die Therapeutin minimale Veränderungen oder begleitet den Patienten unparteiisch in „seinem Tanz“.

Der erste Schritt in Richtung bewusstem Wahrnehmen ist getan. Eine gute Beziehung zwischen Patient und Therapeutin ist die Grundvoraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und eine erfolgreiche Therapie.

 

Mehr Informationen zum wissenschaftlichen Hintergrund auch beim Berufsverband der TanztherapeutInnen Deutschlands, BTD e.V.